Welche Broker und Tools ich benutze
JPO Trader stellt seine Broker und Tools vor und erklärt sein KI-Desaster beim Analysieren eines Junior-Miners
Der Wald und die Bäume
Wie ging die Sage noch gleich? Die Prinzessin musste erst viele Frösche küssen, bevor sie den Richtigen fand. So ähnlich war es bei mir mit den Plattformen und Tools, die ich im Laufe der Zeit ausprobiert habe.
Der Grund ist simpel: Investieren ist dynamisch. Märkte verändern sich, Strategien entwickeln sich weiter – und genauso verhält es sich mit den technischen Möglichkeiten, die wir als Anleger nutzen können oder sollten. Gerade als Anfänger kann man von der Vielzahl an Angeboten schnell überfordert sein.
Welche Broker ich nutze
Aktuell benutze ich drei Broker:
meine gute alte Sparkasse aus meinem Heimatort
Boom Securities (Hongkong)
IB Brokers / Interactive Brokers (mein Hauptdepot)
Warum Interactive Brokers mein Hauptbroker ist
Für mich sind vor allem zwei Punkte entscheidend:
eine große Auswahl an handelbaren Produkten und Titeln
niedrige Gebühren
Bei beiden Punkten liefert Interactive Brokers sehr gute Argumente. Wenn man sich in der Szene umhört, stellt man außerdem schnell fest, dass viele aktive Investoren und Trader dort ihr Hauptdepot haben.
Ein weiterer wichtiger Punkt für mich sind Optionen und Futures. Gerade bei Optionen wird Geld nicht nur durch den Kauf verdient, sondern oft auch durch den Verkauf von Optionen, also das sogenannte Option Writing. Dies geht bei vielen deutschen Brokern nicht. Weiterhin brauche ich eine Plattform, auf der ich klare und übersichtliche Optionsketten sehe – und nicht ein unübersichtliches Durcheinander aus Wertpapierkennnummern.
Was ich nicht sehen will:
Was ich sehen will:
Optionsketten mit Expiry date, Strike-Preisen, Open Interest, Spreads etc.
Warum ich die anderen beiden Broker nutze
Die Sparkasse ist bei mir schlicht historisch gewachsen. Außerdem mag ich den persönlichen Bezug – und freue mich, dass ich die Ansprechpartner dort noch kenne.
Boom Securities in Hongkong nutze ich vor allem deshalb, weil ich so auch an asiatischen Nebenbörsen handeln kann, die bei anderen Brokern teilweise schwer oder gar nicht zugänglich sind.
Eine kurze Anmerkung zum Thema Optionen
Ich weiß, dass Optionen für viele im Moment noch kein zentrales Thema sind. Ich habe vor, im Rahmen meines Bereichs „Basiswissen“ in späteren Posts darauf einzugehen.
Mir selbst fiel der Einstieg damals nicht leicht. Viele deutschsprachige Bücher zu diesem Thema waren für meinen Geschmack entweder zu unübersichtlich oder zu kompliziert aufgebaut. Ich werde versuchen die Thematik zum gegebenem Zeitpunkt möglichst verständlich und praxisnah vorzustellen.
Welche Tools ich nutze
Der Kindheitstraum vieler Börsianer ist natürlich ein Bloomberg-Terminal. Wer allerdings nicht gerade rund 25.000 Euro im Jahr dafür übrig hat, muss sich nach Alternativen umsehen.
In unserer Community nutzen die meisten vor allem:
TradingView als Charting-Tool
Koyfin
Bei Koyfin schätze ich vor allem die Screening-Möglichkeiten. Damit kann ich zum Beispiel gezielt abfragen,
welche Chiphersteller unter einer bestimmten Bewertungskennzahl notieren
bei welchen Unternehmen in der letzten Woche besonders viele Insidertransaktionen stattgefunden haben
Gerade für die Vorauswahl interessanter Unternehmen ist das extrem hilfreich.
Und dann kam KI
Die technische Entwicklung hatte für uns Investoren und Trader bereits mit dem Internet einen enormen Quantensprung gebracht. Früher konnte man sich noch durch besonders gutes Research echte Informationsvorteile erarbeiten. Heute sind Informationen für fast jeden sehr schnell verfügbar. Auch Privatanleger kommen zügig an Daten, Nachrichten und Unternehmensinformationen. Neue Informationen werden vom Markt oft in kürzester Zeit eingepreist.
Mit Künstlicher Intelligenz hat sich diese Entwicklung noch einmal deutlich beschleunigt. Trotzdem sollte man das Thema mit einer gesunden Portion Vorsicht betrachten.
In meiner früheren Beraterkarriere galt immer der Satz: „Garbage in, garbage out.“
Oder etwas direkter gesagt: Schlechter Input führt zu schlechtem Output.
Genau das gilt auch für KI. Ein KI-System kann nur mit den Informationen arbeiten, die es findet oder korrekt verarbeiten kann. Sind diese Informationen fehlerhaft, unvollständig oder missverständlich, kommt am Ende auch ein entsprechend fehlerhaftes Ergebnis heraus.
Zu den bekanntesten Anbietern gehören unter anderem:
Grok
ChatGPT
Claude
Google
Perplexity
Copilot von Microsoft
KI – meine Erfahrung im Minenbereich
Unternehmen bewertet man normalerweise vor allem anhand klassischer Finanzkennzahlen wie Umsatz, Gewinn oder Cashflow. Bei Junior-Minern sieht die Sache -zwecks fehlender Umsätze- allerdings häufig anders aus.
Hier muss man sich oft mühsam durch Präsentationen und Investor-Unterlagen arbeiten, um die Vorkommen, Erzgehalte (grade per ton) und Projektgrößen zu verstehen. Erst daraus lässt sich dann der tatsächliche Metallwert im Boden näherungsweise berechnen. Mithilfe aktueller Metallpreise kann man anschließend zum Beispiel den In-situ-Value ermitteln.
Ein konkretes Beispiel war für mich Fireweed Metals Corp. Das Unternehmen hat zwei Projekte: eines mit Tungsten/Wolfram als Hauptvorkommen und eines mit Zink.
Nachdem ich meine eigene Analyse zu Fireweed abgeschlossen hatte, gab ich in verschiedene KI-Systeme folgenden Prompt ein:
“Evaluate Fireweed Metals, include graphs, for Dan-Durett 10-factor analysis, use the spider graph and give me the current in-situ value.”
Die Resultate waren sehr unterschiedlich:
Perplexity und ChatGPT erkannten nur das Zink-Projekt und lieferten mir entsprechend einen In-situ-Value, der das Unternehmen unvollständig abbildete.
Grok hatte immerhin auch das Tungsten-Projekt berücksichtigt, arbeitete dabei aber mit realitätsfernen Werten.
Copilot war in diesem Fall der Gewinner und kam auf exakt denselben In-situ-Value wie ich in meiner eigenen Berechnung.
Interessant wurde es allerdings am nächsten Tag: Meine Community wollte meine Copilot-Analyse ebenfalls sehen. Also stellte ich Copilot noch einmal nahezu dieselbe Anfrage. Vermutlich hatte ich mein Wording minimal verändert – und plötzlich weigerte sich Copilot, die Anfrage überhaupt zu bearbeiten!
Das zeigt für mich ziemlich deutlich: KI kann extrem hilfreich sein, ist aber noch lange kein verlässlicher Ersatz für eigenes Denken und eigene Prüfung.
PS: Aktuell benutze ich am häufigsten ChatGPT und die KI von Google.
Fazit
Heute gibt es eine große Auswahl an Brokern, Plattformen und Tools. Welche Lösung am besten passt, hängt letztlich nicht nur von den verfügbaren Funktionen ab, sondern auch von den eigenen Vorlieben, der persönlichen Strategie und dem individuellen Workflow.
Und damit zurück zum Bild vom Wald und den Bäumen: Bei der Vielzahl an Möglichkeiten kann man schnell den Überblick verlieren. Oder, wie der Engländer sagt: There are many ways to skin a cat. Überhaupt scheint die englische Sprache eine gewisse Obsession mit Katzen zu haben. Ein weiteres Börsensprichwort lautet schließlich dead cat bounce. Aber darüber schreibe ich ein andermal.
In diesem Sinne.
Disclaimer: Dies ist keine Anlageberatung. Die dargestellten Inhalte geben ausschließlich meine persönliche Meinung wieder und stellen keine Kauf-/Verkaufsempfehlung dar. Ich kann in den genannten Wertpapieren investiert sein. Investitionen erfolgen auf eigenes Risiko.








